Sommer, Sonne, Solarenergie
Besuch im Solarkraftwerk Andasol in Granada, 28. August
Vor Sonnenaufgang brechen wir am Donnerstagmorgen in die Provinz Granada auf. Den ersten Kaffee gibt es in einer kleinen Raststätte im Industriegebiet. Eine Frau mit starkem südspanischem Dorf-Dialekt schenkt uns Kaffee ein. Auf dem Sims hinter ihr stehen Patronenhülsen. „Que es?“ frage ich. Sie lächelt durch ihre Zahnlücken und lässt einen Wortschwall andalusisch auf mich einprasseln. „Hollywood“ ist das einzige, was ich verstehe. Stimmt! In der Sierra Nevada ist der Parque Leone – benannt nach Sergio Leone und Filmkulisse für zahlreiche Italowestern. Heute eine der großen Touristenattraktionen Granadas.
In Andasol umrunden wir erst einmal die riesigen metallisch glänzenden Solarfelder. Im Gegensatz zu den in Deutschland häufigen Photovoltaikanlagen sind die Kollektoren in Andasol bogenförmig. Wenn die Sonne über den Himmel wandert, bewegen sich die zwei Meter hohen Panele mit. Tausende kleiner Spiegel reflektieren das Sonnenlicht auf die weißlich schimmernden Absorberröhren. Wenn man zu lange hinguckt, wird man geblendet, als schaue man direkt in de Sonne. Wo die Strahlen auf den Boden auftreffen, breitet sich ein goldgelber Streifen aus.
Um 10 Uhr treffen Lena, Sebastian und Eric den Chefingenieur von Andasol, Oliver Vorbrugg, zum Interview. Ein junger Mann aus Nürnberg, der freundlich und geduldig wartet, bis wir die besten Stellen zum Filmen gefunden haben. Eine schwierige Aufgabe, denn die Anlage ist komplett von Stacheldraht umzäumt. Lena, Sebastian und Herr Vorbrugg entscheiden sich schließlich für das Dach des Landcruisers als Drehort
Nicht nur das Klettern auf das Autodach meistert der Ingenieur prima. Als geübter Interviewpartner erklärt er die einzelnen Bauteile und ihre Funktionen und erzählt von seiner persönlichen Vision für die künftige Nutzung der Sonnenenergie. Vorbrugg erklärt uns, dass zwei der drei Solarfelder bereits fertig gestellt sind. Zusammen nehmen sie eine Fläche von zwei Quadratkilometern en. Tag und Nacht liefern sie Strom für bis zu 200.000 Personen.
Müde aber zufrieden geht es nach einer langen Mittagspause weiter in Richtung Süden. In Gedanken sind wir bereits in Marokko. katharina




